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Innungen Metall besichtigen Hafentunnel


Die gemeinsamen Exkursionen der Innungen Metall Bremen und Bremerhaven-Wesermünde habe mittlerweile Tradition. Nachdem sie sich in den Vorjahren unter anderem im Mercedes-Werk, bei der Lloyd Werft und bei Airbus getroffen hatten, besichtigten sie dieses Mal die Großbaustelle des Bremerhavener Hafentunnels. Erstmals dabei war die Innung Metall Wesermarsch.

Bei dem Rundgang zeigten sich die Innungshandwerker von den Dimensionen der Baustelle beeindruckt. Beim Bau des knapp 1,5 Kilometer langen Tunnels, der die Überseehäfen mit der A27 verbinden soll, werden rund 200.000 Kubikmeter Beton verwendet, was dem Volumen von 25.000 Betonmischern entspricht. Die Gesamtmenge an Stahl beträgt rund 24.000 Tonnen (mehr als dreimal so viel wie der Eifelturm).

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Copyright der Fotos: Brandt

 

Innung spricht Nachwuchskräfte frei


Copyright Foto: Ulrich

Eine anspruchsvolle Ausbildung mit harten Werkstoffen haben fünf Metallbauer, eine Metallbauerin sowie ein Metallbearbeiter jetzt erfolgreich beendet. Dafür wurden sie von der Innung Metall Bremerhaven-Wesermünde im „Bootshaus“ des Bremerhavener Rudervereins v. 1889 freigesprochen. Dass mit der jungen Metallbauerin Felke Schloßhauer (Ausbildungsbetrieb Seitz Metallbau) auch eine junge Frau die Ausbildung absolviert hat, ist im Metall-Handwerk nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Mit den Nachwuchskräften freuten sich der stellvertretende Obermeister Reinhard Wetjen, Michael Dockhorn (Berufliche Schule für Technik), Obermeister Felix Huth, Lehrlingswart Georg Künzel (hintere Reihe v.l.) und Tobias Bohling vom Prüfungsausschuss (vorletzte Reihe links).

 

Innung Metall informiert Auftraggeber

Europäische Norm EN 1090 seit Juli 2014 verbindlich

Seit dem 1. Juli 2014 müssen alle Unternehmen, die tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium innerhalb der EU in Verkehr bringen, über ein Zertifikat nach der Europäischen Norm EN 1090 verfügen. Das bringt nicht nur für Handwerksbetriebe viele Neuerungen mit sich. Aus diesem Grund hatte die Innung Metall Bremerhaven-Wesermünde jetzt alle größeren Auftraggeber sowie Planungsbüros aus der Region zu einer Info-Veranstaltung ins Haus des Handwerks eingeladen.

Die Koexistenzphase war Mitte 2014 endgültig vorbei. „Seit Juli 2014 sind die nationalen  Normen DIN 18800 und DIN 4113 zurückgezogen, alte Zertifikate sind nicht mehr anwendbar“, stellte Dipl.-Ing. Dietmar Berndt vom Landesverband Metall Niedersachsen/Bremen unmissverständlich klar. Um auf Seiten der Auftraggeber Haftungsrisiken zu vermeiden, sollten diese bei Ausschreibungen Zulassungsbescheinigungen nach EN 1090 verlangen. „Der Auftraggeber haftet sonst im Schadenfall unter Umständen mit“, so Berndt.

Auftragnehmer, die im Schadenfall keine Zulassung nachweisen, hafteten aber in jedem Falle.  Berndt: „Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben hat der Auftragnehmer keinen Anspruch auf Bezahlung. Unter Umständen kann der Auftraggeber auch eine Rückbau oder eine aufwändige und teure Nacharbeit mit umfangreichen Materialuntersuchungen verlangen.“

Handwerksunternehmen, die bereits über eine Zulassung nach EN 1090 verfügten, sollten diese grundsätzlich bei jeder Ausschreibung mit einreichen, um ihre Kompetenz zu dokumentieren. Die neue Norm bringe zwar viele neue Herausforderungen, berge aber auch Vorteile für Unternehmen. „Sie kann dazu beitragen, teure Nacharbeiten zu reduzieren.“ Vorteile sieht auch Prof. Dr.-Ing. Günter Deiler von der Hochschule Bremerhaven: „Mit Hilfe der EN 1090 kann man sich eine gute Übersicht über sein Unternehmen verschaffen. Die EN 1090 trägt auch dazu bei, die Abläufe innerhalb des Unternehmens zu optimieren.“

Auf einen Blick:
Die Europäische Norm EN 1090 ist seit dem 1. Juli 2014 in Kraft, sie hat die bisherigen nationalen Normen DIN 18800 und DIN 4113 abgelöst. Nach DIN EN 1090 dürfen tragende Bauteile aus Stahl bzw. Aluminium innerhalb der EU nur noch hergestellt und in Verkehr gebracht werden, wenn diese eine  CE-Kennzeichnung besitzen. Kennzeichnen darf nur, wer dafür zertifiziert ist. Eine Übersicht der zertifizierten Unternehmen bietet die Internetseite www.en1090.net. Der Landesverband Metall Niedersachsen/Bremen stellt Innungsbetrieben nicht nur Informationsmaterial sowie Hilfen zur Zertifizierung zur Verfügung, sondern führt selbst auch Betriebsprüfungen durch. Hilfe bietet auch das DIN-Taschenbuch „Schweißen im Stahlbau“ des Deutschen Verbands für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS).

Freuten sich über eine gelungene Veranstaltung mit vielen Gästen (v.l.): Obermeister Bernd Demelt, Referent Dietmar Berndt, Unternehmer Felix Huth, Reinhard Wetjen vom Innungs-Vorstand, KH-Geschäftsführer Josef Solscheid und Prof. Dr.-Ing. Günter Deiler.